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Auf den Spuren der Stars

December 20, 2007 (updated on October 24, 2009)

Mark van Huisseling präsentiert in Basel sein Buch: Der Kolumnist hat viele Promis getroffen. Jetzt will er selber einer werden.

Von David Bauer.

Medium: Baslerstab
Ressort: Kultur
Datum: 6. Februar 2006

Mark van Huisseling weiss, wie es ist, ein Star zu sein. Aus der Zuschauerperspektive zwar nur. Aber der «Weltwoche»-Kolumnist ist ein scharfsinniger Beobachter, einer, der genau hinschaut, wo andere sich vom Glanz der Stars blenden lassen. Seit vier Jahren trifft er jede Woche einen Star zum Interview, manchmal auch nur ein Sternchen. Die Spannbreite seiner Referenzen geht von Ilona Hug bis zu Kylie Minogue, von Rolf Knie bis Harald Schmidt.

Van Huisseling bezeichnet das, was er macht, als intelligenten People-Journalismus. Das heisst für ihn: «Kritisch, manchmal sarkastisch, distanziert. Dennoch stehe ich als Autor zu meiner Affinität zum Startum.» Seine Kolumne zeichnet sich entsprechend dadurch aus, dass er die Stars nicht so darstellt, wie sie sich gerne geben, sondern so, wie sie sind: Oft ziemlich gewöhnlich. Mit Allüren, meistens.

Selbst Promi werden
Nach gut 180 Interviews ist van Huisseling überzeugt, verstanden zu haben, was Stars ausmacht. «Ich habe viele Déjà-vu-Erlebnisse bei den Treffen mit den Stars.» Das Gebärden der Stars lasse sich mit sieben Regeln umschreiben, nachzulesen in van Huisselings eben erschienenem Buch «How to be a Star».

«Die meisten Regeln befolge ich selber auch», bestätigt van Huisseling eine nahe liegende Vermutung. Der Kolumnist inszeniert sich selber gerne als Star und sagt auch ohne Bescheidenheit: «Ich möchte in der Branche so etwas sein wie der Interview-Star.» Derjenige, der alle Interviews bekommt oder dem man Interviews verwehrt, weil man ihn fürchtet.

Das Buch ist als nächster Schritt zu sehen, diesem Ziel näher zu kommen. Mit seiner Kolumne, zahlreichen öffentlichen Lesungen und der Veröffentlichung eines Hörbuchs im letzten November hat er die Grundlage dafür geschaffen. «Ich habe aber keinen Masterplan, von dem ich jetzt ein Kapitel nach dem anderen abspule», sagt van Huisseling. Denn wie man zum Star wird, das wisse er selber auch nicht.

Der Wahlzürcher ist aber daran, es herauszufinden, in einem Selbstversuch gewissermassen. «Man erwartet das von mir, und ich bin gerne bereit, diese Vorstellungen – zum Teil – zu bedienen», erklärt er. Eine gewisse Selbstironie sei dabei, klar, ein Teil seines Auftritts sei Pose. Und doch fügt er gleich an: «Die Tendenz stimmt schon, ich bin so.»

Was hat der Star-Interviewer als Nächstes vor? «Die Kolumne hat jetzt eine Reiseflughöhe erreicht, wo es ein Fehler wäre, schon zu landen.» Er denke,dass die Kolumne in dieser Form relativ lange weiterlaufen könne. «Mein Ziel ist es, daneben alle zwei Jahre ein Buch vielleicht auch zu einem anderen Thema zu schreiben.» Zum Beispiel, wie man ein Star wird.

Lesung mit Mark van Huisseling: 9. Febr., 19 Uhr, Starbucks am Aeschenplatz.

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