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Suisa verrechnet massiv höhere Gebühren

December 24, 2007 (updated on October 24, 2009)

Für das Urheberrecht bezahlen Schweizer MP3-Nutzer künftig bis zehnmal mehr als im Ausland

Medium: SonntagsZeitung
Ressort: Wirtschaft
Datum: 15. Juli 2007

BERN · Wer in der Schweiz einen MP3-Player kauft, bezahlt ab September deutlich mehr Urheberrechtsgebühren als im umliegenden Ausland. Für einen iPod nano mit 8 Gigabyte Speicher werden 41.15 Franken fällig – doppelt so viel wie in Frankreich, dreimal so viel wie in Österreich und fast zehnmal mehr als in Deutschland.

«Wir haben vielleicht einfach besser verhandelt», begründet Suisa-Direktor Andreas Wegelin die grossen Unterschiede. Suisa ist die Organisation, welche die Rechte der Künstler vertritt und die Gebühren kassiert. Man habe versucht, für die Künstler das Optimum herauszuholen, und sei vom Bundesgericht bestätigt worden. Das zahlt sich aus: Nach eigenen Berechnungen hätte die Suisa im letzten Jahr sechs Millionen Franken eingenommen, wäre die Gebühr bereits zur Anwendung gekommen.

Die Gebühreneinnahmen fliessen den Urhebern und Verlegern von Musik zu. Mehr als ein Fünftel gibt die Suisa aber für die Verwaltung aus, im letzten Jahr 21 Prozent, die Gema in Deutschland aber nur 13,9 Prozent. Suisa-Direktor Wegelin erklärt dies mit dem grösseren Markt. Allerdings kommt auch AKM in Österreich mit 15,6 Prozent Verwaltungskosten aus – trotz deutlich geringerem Umsatz als die Suisa. «Unser Ziel ist es, die Kosten zu senken», gesteht Wegelin ein.

Vorerst behilft man sich mit einem Trick: Mit einem «Kostenausgleichsfonds» erweckt man den Anschein, den Verwaltungsaufwand unter 20 Prozent zu halten. In den letzten acht Jahren hat die Suisa so fast 23 Millionen Franken der Betriebsrechnung zugeschossen. Der Fonds speist sich aus Gebühren, die nicht verteilt werden, weil die Urheber nicht bekannt sind. Mit den neuen Gebühren dürfte weiteres Geld in den Fonds fliessen.

Viele der Beträge, welche die Suisa ausbezahlt, sind tiefer als die Kosten, die für ihre Verteilung anfallen. Fast die Hälfte der Künstler erhielt laut Geschäftsbericht 2006 weniger als 100 Franken, nur jeder Siebzehnte über 5000. Die Personalkosten sind hoch: Derzeit 178 Stellen sind durchschnittlich mit 111 000 Franken entlöhnt.

In Sachen Gebühren auf MP3-Player ist das letzte Kapitel noch nicht geschrieben. Bei «wesentlicher Änderung der Verhältnisse», so das Bundesgericht, kann der Tarif neu verhandelt werden. Der jetzige Tarif beruht auf dem Jahr 2005. Seitdem sind MP3-Player deutlich günstiger geworden, was geringere Gebühren rechtfertigen würde. David Bauer

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