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Agent Bauer im Rausch der Gefühle

December 29, 2007 (updated on October 24, 2009)

Mein Ding: Volontär David Bauer über den tragbaren Media-Spieler Archos 605

Medium: SonntagsZeitung
Ressort: Multimedia
Datum: 7. Oktober 2007

Klein David – ich war damals keine sechs Jahre alt – hatte in der Stadt ein «James-Bond-Set» entdeckt, mit Pistole, Handschellen und allem, was ein angehender Geheimagent in Basel so braucht. Wir wohnten ausserhalb der Stadt, und meine Eltern hatten sich eine perfide Antwort überlegt, als ich meinen Wunsch nach diesem Gadget kundtat: Nur wenn du es alleine kaufen gehst. Meine Antwort: Okay.

Ich liess mir erklären, wie der Ticketautomat an der Bushaltestelle funktionierte, und zog los; mein Vater musste als unerkannter Aufpasser mit dem Velo dem Bus hinterherheizen, das hatten er und meine Mutter davon. Kurz darauf, Ziel erreicht: Ich hatte mein James-Bond-Set – das die kleine Schwester dann allerdings innert zwei Tagen kaputtmachte, Geheimagentenpech.

Drei Jahre später, dieselbe Geschichte. Meine Eltern wollten mir partout nicht erlauben, einen Gameboy zu kaufen, das Identifikationsobjekt Nr.1 eines Jugendlichen Anfang der Neunzigerjahre. Die Prohibition funktionierte, bis meinen Eltern ein kleiner Fehler unterlief. Sie quartierten mich bei meinem Grossvater ein, als sie in die Ferien gingen. Einen Tag später hatte Geheimagent Bauer seinen Gameboy.

Meine Eltern haben sich wirklich Mühe gegeben. Genutzt hat es allerdings nicht viel. Sie konnten mich nicht fern halten von Gadgets. Elektronisches zog mich magisch an.

Als MP3-Spieler zu sperrig, als Videospieler zu klein

Inzwischen bin ich nicht Geheimagent geworden, sondern Journalist. Die Liebe für Gadgets ist trotzdem geblieben, und mittlerweile hat auch die Gegenwehr abgenommen – bis auf die Freundin, die mir meine Playstation immer wieder ausreden will. Ich habe sie noch immer, die Playstation. Die Freundin auch.

Erstaunt es bei dieser Vorgeschichte jemanden, dass ich feuchte Hände bekomme, wenn ich dieses Ding betrachte: Archos 605 WiFi, Portable Media Player, 5. Generation, mit Touchscreen, Wireless Internet, vollautomatischem Raketenantrieb und Pocket Jacuzzi. Das ist die vorfreudige, euphorietrunkene Sicht auf dieses elektronische Glückshormonreservoir. Nüchtern sieht die Welt – wir kennen das – anders aus: Für einen MP3-Spieler ist das Ding viel zu sperrig, für einen Videoplayer dann doch zu klein – und hübsch ist das Gerät schon gar nicht. Da war sogar mein James-Bond-Set alltagstauglicher.

Ein echtes Gadget wäre aber kein Gadget, wenn man es nicht brauchen könnte, obwohl man es nicht braucht. Das mobile Internet etwa ist ganz cool (der Browser dafür kostet aber noch 30 Euro extra).

Dank des grossen Displays kommen Websites ordentlich zur Geltung. Auch der Touchscreen macht Freude. Und wenn ich bei meiner Freundin in der Küche sitze und unter dem Tisch per Fingerdruck mit der weiten Welt verbunden bin, dann bin ich eben doch ein klein wenig Geheimagent. Und niemand kanns verhindern.

Weitere «Mein Ding»-Artikel: www.sonntagszeitung.ch/meinding

Steckbrief: Archos 605 Wifi

Der Multimedia-Spieler von Archos kommt mit drei unterschiedlichen Speicherkapazitäten daher: 30 GB, 80 GB und 160 GB. Auf der Variante mit der grössten Harddisk können bis zu 200 Filme oder 95 000 Songs gespeichert werden.

4,3-Zoll-Touchscreen-Display mit 16 Mio. Farben

Videoformate: WMV, MPEG-4, H.264 und MPG

Musikformate: MP3, WMA und AAC5

Foto-Formate: JPEG, PNG und BMP

Gewicht: 190 Gramm (30 GB), 260 Gramm (80 GB und 160 GB)

Preis ab zirka 450 Franken

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