Wie die Medienbrille die Welt verzerrt

Ein Grossteil dessen, was wir von der Welt sehen, sehen wir notgedrungen durch eine Medienbrille. Was uns täglich als Wirklichkeit verkauft wird, ist eine konstruierte Wirklichkeit, die auch beliebig anders hätte konstruiert werden können. Man muss gar nicht bis zu den Maximen von wahrheitsgetreuer und objektiver Berichterstattung gehen – die Konstruktion beginnt bei der Auswahl, worüber berichtet wird und worüber nicht.

In seiner Dissertation “The World According To Newspapers” hat Nicolas Kayser-Bril genau dies untersucht: Wie stark berichten verschiedene Medien über die unterschiedlichen Regionen der Welt? Die Grafik auf der Website des Observatoire des Médias macht anschaulich, durch welche Brille die Medien die Welt sehen und damit auch, welches Bild sie ihren Konsumenten weitervermitteln.

11 verschiedene Medien wurden in die interaktive Grafik integriert und können so verglichen werden. Darunter die New York Times, The Sun, The Economist und die Blogosphäre als Ganzes.

Die Welt aus der Sicht der englischen Boulevardzeitung The Sun (Screenshot von observatoiredesmedias.com)

The world according to The Sun

> Zur Grafik beim Observatoire des Médias

> Zum Abstract der Dissertation

PS: Ein schönes Detail ist übrigens die Beschreibung von The Sun:
“Daily joke”.

Nachtrag: Das Wall Street Journal kritisiert in einem Artikel, dass die Methode, mit der die Daten gewonnen wurden, ihrerseits die Resultate verzerrt.

EIN KOMMENTAR

  1. ole sagt:

    hallo david -

    gratulation zu deiner seite, sie gefällt mir wirklich sehr. nur eine nickeligkeit: wenn es hier schon bloggig zugeht, warum fehlt dann die quelle? wie bist du auf diese arbeit gestoßen? über boingboing? vielleicht sogar über medienlese?

    grüße,
    ole

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