Crashkurs Fussball: Eine Einführung von A bis Z
May 3, 2008 (updated on June 13, 2024)
Wer im Juni während der Europameisterschaft mitreden will, muss die Grundbegriffe im Fussball kennen. Nur leider erklärt einem die niemand richtig. FACTS tut es. Ein Crashkurs für Anfänger und Fortgeschrittene.
Von David Bauer.
A
Das Abseits ist eine wichtige Regel, damit Fussball funktioniert Trotzdem treibt es Zuschauer, Trainer und Spieler regelmässig in den Wahnsinn. Es zu erklären ist nie ganz einfach, vor allem wenn man keine Salzstreuer zur Hand hat. Also: Abseits kann nur gegen die angreifende Mannschaft gepfiffen werden und nur, wenn ein Pass nach vorne gespielt wird. Wenn bei der Passabgabe ein Spieler der angreifenden Mannschaft näher beim gegnerischen Tor steht als zwei Spieler der verteidigenden Mannschaft (einer davon ist in aller Regel der Torwart), steht er Abseits. Wenn dieser Spieler aber nicht selber ins Spiel eingreift, sondern ein anderer Spieler, der nicht abseits stand, den Pass annimmt, läuft das Spiel weiter (der erste Spieler steht dann im sogenannten passiven Abseits). Wer die Regel mal verstanden hat, wird staunen, dass in der Praxis wieder alles viel komplizierter ist. Deshalb gilt: Abseits ist, wenn der blinde Mann an der Linie die Fahne hebt und der Schiedsrichter pfeift.
> Bei Unklarheiten fragen Sie einen Schiedsrichter der Axpo Super League.
Die Ampelkarte ist keine Karte, sondern eine Kombination zweier Karten. Erhält ein Spieler zum zweiten Mal innerhalb eines Spieles eine gelbe Karte, so wird ihm zusätzlich die rote Karte gezeigt und er muss das Feld verlassen. Seine Mannschaft muss bis Spielende mit einem Mann weniger auskommen. Für das nächste Spiel ist der Spieler gesperrt, darf dann aber durch einen anderen ersetzt werden.
> Bei Unklarheiten fragen sie Carlos Varela.
Drei Auswechslungen darf jedes Team pro Spiel vornehmen. Man wechselt, wenn ein Spieler verletzt oder müde ist, wenn man taktisch umstellen möchte, um dem eigenen Spiel neuen Schwung zu geben (siehe >Joker) oder um Zeit zu schinden (siehe >Zeitspiel). Dumm, wenn der Trainer schon dreimal gewechselt hat und sich dann ein Spieler verletzt. Dümmer, wenn dieser Spieler der Torwart ist. Dann muss nämlich ein Feldspieler ins Tor – was allerdings durchaus amüsant sein kann.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Mladen Petric.
B
Die Brasilianer Europas sind ein gerne bemühter Vergleich, wenn es darum geht, eine Mannschaft als besonders spielstark und technisch versiert zu loben (weil, kein Geheimnis, diese Eigenschaften gemeinhin den Brasilianern zugeschrieben werden, obwohl die Argentinier sie eher verdienen würden). Aber wer sind nun die Brasilianer Europas? Schwierig zu sagen. Am häufigsten werden die Portugiesen als Brasilianer Europas bezeichnet, aber auch Frankreich, Kroatien, Tschechien und Schweden ist diese Ehre schon zuteil geworden. Selbst bei den Deutschen wurde dieser Hauch Samba schon suggeriert. Nur die Schweizer, die bezeichnet niemand als Brasilianer Europas.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Köbinho.
C
Das Couloir gibt es eigentlich im Fussball nicht, sondern nur in der Fussballberichterstattung der NZZ, die sich zu fein ist, von der Aussenbahn oder der Flanke zu sprechen. Das Couloir ist jedenfalls eine gedachte Fläche entlang der beiden Seitenauslinien, wo Aussenverteidiger, linke und rechte Mittelfeldspieler und allenfalls Flügelstürmer auf und ab rennen.
> Bei Unklarheiten fragen Sie den Rédacteur en chef der NZZ.
D
Deutsche Tugenden sind beliebt bei denjenigen, die sie besitzen und unbeliebt bei allen anderen. Gemeint ist unbedingter Siegeswille, grosses Selbstvertrauen und die Fähigkeit, immer zu gewinnen, egal wie schlecht man spielt. Unübertroffen darin sind weiterhin die Namensgeber aus Deutschland, ähnlich wie mit den >Brasilianern Europas werden sie von Zeit zu Zeit auch diversen anderen Teams attestiert.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Gary Lineker.
Das Dreiundzwanzigmannkader wird vom jeweiligen Nationaltrainer vor der EM nominiert und umfasst alle Spieler, die im Verlauf der Turniers zum Einsatz kommen können. Teil des Kaders zu sein bedeutet aber nicht, dass man auch effektivspielt. Die beiden Ersatztorwarte, die in jedem Kader sind, gehen oft ohne Einsatzminute wieder nach Hause. Wichtig bei der Auswahl des Kaders ist, dass jede Position doppelt besetzt wird, da im Verlauf des Turniers mit maximal sechs Spielen immer wieder Spieler verletzt oder gesperrt ausfallen.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Fabio Coltorti.
E
Um die Europameisterschaft dreht sich hier alles. Die erste EM fand 1960 in Frankreich statt, damals gewann die Sowjetunion. Erst seit 1996 nehmen 16 Teams an der Endrunde teil, davor jeweils 8 und ganz zu Beginn nur 4 Teams. Rekordeuropameister ist Deutschland mit drei Titeln. Die Europameisterschaft gilt als die beste Kontinentalmeisterschaft. Von den besten acht Teams der letzen Weltmeisterschaft waren sechs Europäer, wobei zwei sich jetzt nicht für die Euro 08 qualifizieren konnten: England und die Ukraine. Das nächste Turnier findet in Polen und der Ukraine statt.
F
Der Fünfmeterraum ist das Revier des Torwarts, unmittelbar vor dem Tor. Klugscheisser wissen, dass er etwas grösser ist, nämlich 5.5m. In diesem Raum darf der Torwart, etwa bei Flanken oder Eckbällen, nicht angerempelt werden, wie das sonst in Luftduellen zwischen Spielern üblich ist. Für den Torabstoss legt der Torwart den Ball auf eine der beiden vorderen Ecken des Fünfmeterraums.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Urs Meier und die englische Fachpresse.
Forechecking, auch Pressing genannt, ist eine Methode, um den Gegner unter Druck zu setzen. Man versucht den Gegner so früh wie möglich, also noch in dessen Spielhälfte anzugreifen und dessen Spielaufbau zu stören. Die Stürmer und offensiven Mittelfeldspieler müssen dabei viel laufen, um die gegnerischen Verteidiger unter Druck zu setzen. Da viele Verteidiger technisch nicht die besten Fussballer sind, ist das Forechecking eine effektive Methode, die aber zu kraftraubend ist, als dass sie 90 Minuten durchgehalten werden könnte.
> Bei Unklarheiten rennen Sie mal 90 Minuten lang in Ihrem Garten im Dreieck.
G
Griechenland ist der amtierende Europameister. Im Finale der letzten Europameisterschaft 2004 in Portugal bezwangen sie den Gastgeber mit 1-0. Vor dem Turnier waren die Griechen als krasse Aussenseiter gehandelt worden. Das müsste den Schweizern wenigstens ein bisschen Hoffnung machen. Davor wurde zuletzt 1992 mit Dänemark ein Aussenseiter Europameister.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Otto Rehakles.
H
Ein Hattrick ist, wenn ein Spieler in einer Halbzeit drei Tore schiesst, ohne dass dazwischen ein weiteres Tor fällt. In einer weniger strengen Auslegung gelten auch drei Tore von einem Spieler in einem Spiel als Hattrick. In seiner strengsten Auslegung gilt als Hatttrick nur, wenn ein Spieler in einer Halbzeit drei aufeinanderfolgende Tore erzielt – eines mit dem rechten Fuss, eines mit dem linken und eines mit dem Kopf. An Europameisterschaften hat bisher erst ein einziger Spieler einen Hattrick erzielt: der jetzige UEFA-Präsident Michel Platini 1984 gegen Jugoslawien.
> Bei Unklarheiten fragen Sie sich mal, welcher Schweizer für einen Hattrick in Frage käme.
I
Ein indirekter Freistoss darf nicht direkt ins Tor geschossen werden. Mindestens ein Spieler, egal welcher Mannschaft, muss den Ball noch berühren, damit ein allfälliges Tor zählt. Ein indirekter Freistoss wird deshalb normalerweise als Flanke vors Tor gebracht, wo ein Angreifer versucht, den Ball zu verwerten. Im Gegensatz zum direkten Freistoss wird auf indirekten bei kleineren Vergehen entschieden. Zu erkennen an dem nach oben ausgestreckten Arm des Schiedsrichters.
> Bei Unklarheiten schlagen Sie im Regelwerk der FIFA nach
J
Ein Joker im Fussball ist anders als in einem Kartenspiel nicht vielseitig einsetzbar. Genau genommen ist er nur sehr einseitig einsetzbar. Er wird aber auch eingesetzt, wenn man sonst nicht mehr weiter weiss. Zu Beginn des Spiels nimmt der Joker auf der Ersatzbank Platz und wenn sich das Spiel zu Ungunsten seiner Mannschaft entwickelt, bringt ihn der Trainer so um die 60. Minute ins Spiel. Der Joker ist insgesamt ein mittelmässiger Spieler (darum sitzt er auf der Bank), er hat aber gewisse Eigenschaften, mit denen er ein Spiel entscheiden kann (besonders gross, besonders schnell oder ein guter Freistossschütze).
> Bei Unklarheiten fragen Sie Hakan Yakin.
K
Die KO-Runde beginnt an der Europameisterschaft mit dem Viertelfinale. In dieser Turnierphase gilt: Wer verliert, ist ausgeschieden. Steht es nach 90 Minuten unentschieden, wird eine 30 minütige Verlängerung angehängt. Bringt diese auch keine Entscheidung, kommt es zum > Elfmeterschiessen. Früher wurden unentschiedene Spiele wiederholt, per Münzwurf entschieden oder an den letzten drei Europameisterschaften mit den Regeln Golden Goal und Silver Goal veredelt.
> Bei Unklarheiten fragen Sie einen Holländer, was er von der KO-Runde hält.
Kick & Rush war ursprünglich die bevorzugte Taktik englischer Mannschaften. Der Ball wird aus der eigenen Verteidigung weit nach vorne geschlagen, meist ohne klares Ziel. Wer kann, rennt dann dem Ball nach und versucht ihn sinnvoll zu verwerten. Da die englische Nationalmannschaft an der Euro 08 nicht dabei ist, kann Kick & Rush nur jeweils in den Schlussminuten eines Spieles beobachtet werden, wenn die zurückliegende Mannschaft verzweifelt den Ausgleich sucht.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Christian Gross.
Konter sind das, was die Schweiz besser können müsste, wollte sie Erfolg haben. Wird ein Angriff unterbunden und direkt ein Gegenangriff eingeleitet, spricht man von einem Konter. Wird er schnell genug ausgeführt, ist die Verteidigung der gegnerischen Mannschaft noch nicht wieder richtig organisiert und es kommt zu Situationen, in denen die Angreifer in der Überzahl sind. Für gute Konter sind schnelle Stürmer notwendig (erster Minuspunkt für die Schweiz) und Verteidiger, die diese Stürmer schnell und präzise anspielen können (zweiter Minuspunkt für die Schweiz). Zu Kontern kommt oft die führende Mannschaft, wenn der Gegner alles in den Angriff wirft.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Philippe Senderos.
L
Der Libero ist eine weitgehend ausgestorbene Position im Fussball. Er spielt hinter der eigentlichen Abwehr als Absicherung, kann aber auch nach vorne Akzente setzen, weil er keinen direkten Gegenspieler hat. Heute nimmt der Torwart, wenn er denn gut ist, die Rolle des Liberos ein, indem er bei langen Bällen aus seinem Strafraum hinaus kommt und die Situation klärt. Griechenland ist allerdings vor vier Jahren mit einem echten Libero Europameister geworden.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Franz Beckenbauer.
Dank la Ola (spanisch: die Welle, im Sportreporterdeutsch auch gerne Laola-Welle genannt) wird der Passivsportler zum Aktivsportler. Wenn ein Spiel begeisternd ist (oder wenn den Zuschauern derart langweilig ist, dass sie sich selber unterhalten müssen), geht die Welle durchs Stadion. Die Zuschauer reissen reihum die Arme hoch und rufen dazu “Ohhhh”. Erfunden wurde la Ola Anfangs der 80er Jahre, über den Erfinder streitet man sich (la Ola wurde aber wohl erstmals beim American Football zelebriert).
> Bei Unklarheiten üben Sie hier selber.
M
Die Manndeckung ist eine etwas aus der Mode gekommene Form der Verteidigung. Dabei kümmert sich der Verteidiger konsequent um denselben Angreifer, egal wo dieser sich gerade befindet. Moderne Spielsysteme sind in der Regel auf Raumdeckung ausgerichtet, wo der Verteidiger auf seiner Position bleibt und jeweils gegen denjenigen Spieler verteidigt, der in seiner Zone angreift. Da die Raumdeckung eine bessere Abstimmung innerhalb der Verteidigung bedingt, ist unter Umständen die Manndeckung die zuverlässigere Wahl. Griechenland ist mit Manndeckung und einem >Libero vor vier Jahren Europameister geworden. Die Extremform der Manndeckung, die auf komplette Defensive und lausige 1-0 Siege ausgerichtet ist, ist der Catenaccio, der nicht zufällig eine italienische Bezeichnung hat.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Giovanni Trapattoni.
N
Die Nachspielzeit ist die Zeit, die am Ende jeder Halbzeit angehängt wird, um grössere Spielunterbrüche zu kompensieren, etwa durch Auswechslungen, Verletzungen oder >Zeitspiel. Üblich sind in der ersten Halbzeit 1-2 Minuten Nachspielzeit, in der zweiten 2-4 Minuten. Die Nachspielzeit wird vom 4. Schiedsrichter ausserhalb des Spielfelds mit einer Leuchttafel angezeigt, die auch für Auswechslungen verwendet wird. Wenn in der 45. Minute auf der Leuchttafel eine “1” erscheint, wird also nicht der Torwart ausgewechselt.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Gerd Rubenbauer.
Die Notbremse wird vom Verteidiger gezogen, um eine grosse Torchance des Gegners zu verhindern und wird mit einem Platzverweis bestraft. Als Notbremse gilt ein Foul oder ein Handspiel nur dann, wenn der Verteidiger der sogenannte “letzte Mann” in der Aktion war, wenn also kein anderer Spieler (ausser dem Torwart) die Chance des Angreifers noch hätte vereiteln können.
> Bei Unklarheiten fragen Sie einen langsamen Verteidiger.
O
O-Beine gelten als treffsicherstes Erkennungsmerkmal von Fussballern. Tatsächlich bestätigt die Wissenschaft die Alltagserfahrung: Kinder, die viel Fussball spielen, kriegen eher O-Beine als das Durchschnittskind. Grund: die nicht symmetrische Krafteinwirkung auf die Kniegelenke. Diese Kinder spielen später an der Euro 08 mit ihren O-Beinen. Immerhin: Wer von O-Beinen träumt, darf das als “glückhaftes Omen” verstehen, sagt die Traumdeutung.
> Bei Unklarheiten stehen Sie mal vor den Spiegel.
P
Der Pausentee ist eine von Kommentatoren gerne verwendete Metapher für die Halbzeitpause, was sie nicht besser macht (die Metapher wie die Kommentatoren).
> Bei Unklarheiten trinken Sie einen Pausentee mit Matthias Hüppi.
Das Penaltyschiessen ist das ultimative Drama im Fussball und kommt ab dem Viertelfinale zur Anwendung, wenn ein Spiel nach der regulären Spielzeit sowie 30 Minuten Verlängerung unentschieden steht. Jeder Trainer bestimmt fünf Schützen, der Schiedsrichter entscheidet auf welches Tor geschossen wird. Abwechslungsweise treten die Schützen der beiden Mannschaften an. Die Mannschaft, die von den fünf Elfmetern mehr verwandelt, gewinnt. Steht es nach je fünf Schützen immer noch unentschieden, geht es weiter, bis eine Mannschaft bei gleicher Anzahl Versuche mehr Treffer erzielt hat. Offiziell heisst das Penaltyschiessen übrigens “Schüsse von der Strafstoßmarke zur Siegerermittlung”.
> Bei Unklarheiten fragen sie Marco Streller oder David Beckham.
Q
Als Querpasser verschrien sind Spieler, die anstatt den Ball nach vorne zu tragen oder zu passen, den Ball gerne zu einem Mitspieler spielen, der auf gleicher Höhe steht. Damit wird kein Raumgewinn erzielt und das Spiel verlangsamt. Das kann manchmal sinnvoll sein, manchmal aber auch nicht.
> Bei Unklarheiten fragen sie Johann Vogel.
R
Der Rückpass zum Torwart ist ein beliebtes Mittel, um das Spiel zu verlangsamen (>Zeitspiel) oder kommt zum Zug, wenn ein Verteidigung durch das Forechecking des Gegners bedrängt wird. Seit 1992 darf der Torwart einen Rückpass eines Mitspielers nicht mehr mit der Hand aufnehmen (es sei denn, der Pass wurde mit dem Kopf oder unabsichtlich gespielt). Da nicht alle Torhüter gute Fussballspieler sind, bringt ein Rückpass den Torwart mitunter in Schwierigkeiten.
> Bei Unklarheiten fragen sie einen englischen Torwart.
S
Schwalben fliegen im Stadion besonders tief. Lässt sich ein Spieler fallen um ein Foul vorzutäuschen, spricht man von einer Schwalbe. Schwalben werden angewandt, um Elfmeter oder Freistösse aus gefährlicher Distanz zu schinden. Wird mit einer gelben Karte bestraft, viel zu oft aber mit dem gewünschten Freistoss oder Elfmeter belohnt.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Pippo Inzahgi.
Stars gibt es an einem Turnier wie der Euro08 natürlich massenhaft. Nicht selten gelingt es den ganz grossen Stars aber nicht, ihre beste Leistung abzurufen, weil sie eine harte Saison hinter sich haben. Verlässt man sich auf die aktuelle Form der Spieler, müssten Cristiano Ronaldo (Portugal), Karim Benzema und Franck Ribery (beide Frankreich) sowie Fernando Torres (Spanien) herausragende Leistungen zeigen.
> Bei Unklarheiten kaufen Sie sich ein Panini-Heft.
T
Ein Talentscout ist von einem Fussballclub angestellt, um Spieler aufzuspüren, die für den Club von Interesse sein könnten. Obwohl an der EM die besten Spieler Europas versammelt sind, ist es kein besonders interessanter Schauplatz für Talentscouts. Die Spieler sind alle schon bekannt, die meisten schon bei grossen Clubs unter Vertrag und Schnäppchen sind schon gar nicht mehr zu machen. Darum sind Talentscouts eher an Europameisterschaften der U17, U19 oder U21 beschäftigt.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Erich Vogel.
Der Tunnel gilt unter Fussballern als Höchststrafe. Als Tunnel bezeichnet man, wenn ein Spieler einem anderen den Ball zwischen den Beinen hindurch spielt, entweder um zu einem Mitspieler zu passen oder um am Gegner vorbeizulaufen und selber den Ball wieder in Empfang zu nehmen.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Ihre Kollegen auf dem Bolzplatz.
Ein taktisches Foul wird begangen, um den Spielfluss des Gegners zu unterbinden und der eigenen Mannschaft Zeit zu verschaffen, sich wieder zu organisieren. Oft wird dies nötig, wenn der Gegner einen >Konter lancieren will. Während die meisten Fouls mit den Füssen begangen werden, geschieht ein taktisches Foul typischerweise durch Zurückhalten an der Schulter oder am Trikot.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Mario Cantaluppi.
U
UBS-Analysten haben den Ausgang der Euro 08 vorausberechnet. Demzufolge wird Tschechien dank eines Finalsiegs gegen Italien Europameister. Die Schweiz scheidet im Halbfinal gegen ebendiese Tschechen aus, nachdem man im Viertelfinal Deutschland eliminiert hat. Bei der letzten Weltmeisterschaft haben die UBS-Analysten den Weltmeister Italien richtig vorhergesagt.
> Bei Unklarheiten werfen Sie einen Blick in den Geschäftsbericht der UBS.
Die UEFA ist der europäische Fussballverband und Ausrichter der Europameisterschaft, die deshalb korrekt als UEFA Euro2008 bezeichnet werden muss. Die UEFA ist das europäische Pendant zur FIFA, dem internationalen Fussballverband, und hat mit dieser einige Gemeinsamkeiten. Beide werden von älteren Herren dominiert, sind monopolistische Gelddruckmaschinen und haben keinen besonders guten Ruf.
> Bei Unklarheiten fragen Sie besser nicht.
V
Vier-Vier-Zwei ist die klassische Mannschaftsaufstellung im Fussball, sprich: vier Verteidiger auf einer Linie, vier Mittelfeldspieler (entweder auf einer Linie oder als Raute) und zwei Stürmer. Ebenfalls häufig verwendete Aufstellungen im modernen Fussball sind 3-5-2, 4-5-1 oder 4-3-3. Früher waren die Mannschaften wesentlich offensiver aufgestellt, in den 60er Jahren war 2-3-5 ein gängiges System. Entsprechend vielen damals mehr Tore pro Spiel als heute.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Alice Kuhn.
W
WAG steht für Wives And Girlfriends, die englische Bezeichnung für die Spielerfrauen. Als Mutter aller Spielerfrauen verehrt wird Victoria Beckham, die Frau von David Beckham. Sie ist, genauso wie alle anderen englischen Spielerfrauen nicht an der Euro08 dabei. Die Frauen und Freundninnen der Schweizer Fussballer sind vergleichsweise bodenständig. Aber warten Sie nur, was die Italiener, Spanier und Holländer an Models mitbringen.
> Bei Unklarheiten fragen Sie Valon Behrami.
Die Weltrangliste der FIFA ist immer wieder für Überraschungen gut und sorgt wegen ihrer eigenartigen Kriterien für manches Schmunzeln. Aktuell führen Argentinien und Brasilien die Weltrangliste an. Dahinter folgen als beste europäische Teams Italien, Spanien und Deutschland. Die Vorrundengegner der Schweiz sind alle in den Top25 klassiert. Tschechien auf Platz 6, Portugal auf Platz 9 und die Türkei auf Platz 23. Die Schweiz ist auf Platz 46 klassiert, damit sind 11 europäische Teams, die nicht an der Euro 08 dabei sind, besser klassiert als die Schweiz, unter anderem Nordirland und Moldawien. Österreich liegt auf Platz 102 und ist damit mit Abstand das am schlechtesten klassierte Team, das an der Euro08 teilnimmt.
> Bei Unklarheiten fragen Sie den Blattersepp.
X
X-Millionen Franken werden an der Euro 08 umgesetzt. Die UEFA rechnet für sich mit einem Umsatz von über 2 Milliarden Franken, rund dreissig Mal mehr als noch bei der Euro92 in Schweden. Auch die Spieler kommen nicht schlecht weg, wenn sie gut spielen. Die Europameister-Prämie der Spanier, die traditionell sehr hoch ist (Jackpot-Effekt), beträgt 600’000 Euro pro Spieler.
> Bei Unklarheiten vergleichen Sie das mit ihrem Jahreslohn.
Y
Das Y-Chromosom qualifiziert einen Menschen zur Teilnahme an der Euro 08. Die Frauen spielen eine eigene Europameisterschaft, die das nächste Mal 2009 in Finnland stattfindet (falls dann nicht der Rasen für die Männer geschont werden muss). Wer findet, Frauenfussball sei langweilig, wird immerhin resultatmässig bestätigt. Bei den letzten sieben Frauen-Europameisterschaften gewann sechs Mal Deutschland. Amtierender Frauenweltmeister ist Deutschland.
> Bei Unklarheiten fragen Sie beim Eidgenössischen Büro zur Gleichstellung von Frau und Mann nach.
Z
Zeitspiel ist im Fussball erlaubt, so lange der Ball im Spiel ist. Nicht erlaubt ist das übermässige Hinauszögern von Einwürfen, Freistössen oder Torabstössen und wird mit einer gelben Karte bestraft. Je näher das Spielende kommt, desto eher wird die führende Mannschaft das Spiel verzögern. Einige Spieler sind sehr geübt darin, eine Aktion gerade so lange hinauszuzögern, dass genügend Zeit verstreicht, der Schiedsrichter aber nicht eingreift. >Auswechslungen kurz vor Schluss eines Spiels werden oft auch nur zum Zeitschinden vollzogen, manchmal wird bewusst ein Spieler ausgewechselt, der einen weiten Weg zur Auswechselbank hat.
> Bei Unklarheiten fragen Sie…sorry, keine Zeit mehr.



























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