Liebe Weltwoche…
Thursday, 22. May 2008
…was ich nicht verstehe: Da interviewt ihr Rafael Nadal, sprecht mit ihm über Tennis, fragt ihn nach dem Umfang seines Bizeps und gleich darauf:
“Eine Frau, die soeben ein Kind bekommen hat, ist seit einigen Wochen Spaniens Verteidigungsministerin und oberste Herreschefin. Finden Sie das gut?”
Wahrscheinlich hatten sich schon die Römer irgendwann fürchterlich über Cato aufgeregt, wenn der am Ende jeder Rede mit seinem ceterum censeo kam. Was aber diese vollkommen aus dem Zusammenhang gerissene, unwahrscheinlich dumm formulierte Frage in einem Interview mit einem Sportler, in dem es um ihn als Sportler geht, soll, das müsst ihr mir mal erklären.
Spätestens bei Nadals Antwort hättet ihr merken können, dass diese Frage ein ziemlicher Low-Brainer ist und euch die Peinlichkeit ersparen können, sie zu drucken. Nadal sagt: “Ich finde es weder gut noch schlecht, sondern einfach normal für ein modernes Land”.
NB: Es gibt noch andere Dinge, die ich in ihrem Magazin nicht verstehe. Aber man muss ja auch nicht immer alles verstehen.
Absolut zutreffender Kommentar. Aber von der Weltwoche kann man ja nichts anderes erwarten: Das Chäsblatt kann nicht einmal im Sportteil auf seine plumpe Ideologie verzichten. Wer mag sich noch an jene Zeiten erinnern, als die Weltwoche noch eine Qualitätszeitschrift war? Lang’ lang ist’s her!
Nadals Antwort ist… genial. Entlarvend einfach und natürlich. Und höflich. Er fragt nicht: Was soll das? Aber alles ist klar.