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Warum ich Mark van Huisseling trotzdem mag

by David Bauer. Lesedauer: rund eine Minute.

Ich finde ja, die Kolumne von Mark van Huisseling in der Weltwoche ist deutlich abgeflacht, seit er sich bei den Stars und Sternchen nicht mehr unbeliebt machen will (ich habe das neulich auch mal seinem Chef gesagt, weitergeleitet hat er’s wahrscheinlich nicht).

Für eines muss man seine Kolumne aber noch immer lieben. Es ist eine kleine sprachliche Feinheit, ein Detail das “MvH” kultiviert hat, leicht zu überlesen, aber diskursanalytisch hochspannend (oder weniger hochtrabend gesagt: schlicht amüsant).

Es geht um das konsequente Verwenden von unbestimmten Artikeln beim näheren Beschreiben von Personen und Dingen. So liest man in der aktuellen Kolumne: “Diese Uefa Euro 2008, ein Fussballturnier, macht einem das Leben nicht leichter…” oder “…einer von der FAZ, einer Tageszeitung aus Frankfurt”. Wer seine Kolumnen regelmässig liest (ja, ich tu’s immer noch), findet dutzende solcher Beispiele.

Mir gefällt diese unterkühlte Lakonie unglaublich gut. Alles wird mit einem einzigen Wort auf Normalmass zurechtgestutzt, die Heraushebung mittels Adjektiven, Superlativen oder kursiv gedruckten Relativpronomina konsequent verweigert. So ist die Euro 08 eben nicht “der Event des Jahres, der ganz Europa mitfiebern lässt” sondern einfach “ein Fussballturnier”, die FAZ ist nicht “die renommierte Traditionszeitung aus Frankfurt”, sondern einfach “eine Tageszeitung”, und niemand ist “der Modedesigner dieser Saison”.

Eine wohltuende Abwechslung und ganz nebenbei maximaler Leserservice, da nichts als bekannt vorausgesetzt wird. Nicht alle wissen, wer Madonna ist. Eine Sängerin.

> “Auf den Spuren der Stars” (Porträt von Mark van Huisseling, geschrieben für den Baslerstab)

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